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Wer hat die besseren Start-ups?

veröffentlicht am 06.05.2017 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Investor Relations





Die Crowd hat mal wieder ein neues Lieblingsthema: Wer hat die besseren Start-ups? Gleich zwei aktuelle Studien beschäftigen sich mit der Frage, ob die Crowd-finanzierten Unternehmen ein höheres Ausfallrisiko bergen, als anders finanzierte junge Unternehmen. Die F.A.Z. zitiert dazu die Studie von Lars Hornuf und Matthias Schmitt vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb sowie aus einer bereits Mitte 2016 erstellten Studie des ifo Instituts. Hier schneiden die von der Crowd finanzierten Unternehmen besser ab, als der Durchschnitt aller Start-ups. Zur Begründung wird unter anderem die These aufgestellt, dass sich die stärker in der Öffentlichkeit stehenden Gründer eine Pleite noch weniger leisten könnten. Der Imageschaden wäre noch größer.
 
Auf dem Branchendienst crowdfunding.de veröffentlicht Prof. Dr. Oliver Wojahn von der EBC Hochschule Hamburg seinen Vergleich zwischen Crowd- und VC-finanzierten Unternehmen. Er sieht die VC-finanzierten Unternehmen deutlich vorne, weist aber auch darauf hin, dass diese aufgrund der regelmäßig höheren Kapitalausstattung zu einem späteren Zeitpunkt im Lebenszyklus steigende Insolvenzraten verzeichnen. Seine Schlussfolgerung lautet, die Crowdinvesting-Unternehmen seien nicht schlechter, aber kleiner, also in einer früheren Phase der Unternehmensentwicklung, was sie für Investoren risikoreicher mache.
 
Was bedeutet das nun für die Anleger? Nun, VC- oder Angel Investments stellen für die Masse der Crowdinvestoren ohnehin keine Alternative dar. Dafür verfügen sie nicht über das nötige Kleingeld. Crowdinvesting ist eher eine Alternative bzw. Weiterentwicklung der Family, Friends & Fools-Finanzierung. Solche Unternehmensfinanzierungen aus der eigenen Rücklage sowie aus dem Familien- und Freundeskreis stemmen laut einer Studie der Boston Consulting Group ein Vielfaches der Private Equity-, VC- und Crowdfinanzierungen. Crowdfunding-Plattformen helfen, den Kreis der „Freunde“ zu erweitern, schließen die Lücke zwischen „FFF“ und VCs.
 
Nicht alle Start-ups lassen sich über einen Kamm scheren
Eine globale Aussage, diese oder jene Finanzierungsform biete per se höhere Risiken, ist aus meiner Sicht eine zu starke Vereinfachung. Wer sich für Start-up-Investments interessiert, der sollte sich ein differenzierteres Bild machen. Jedem Anleger sollte bewusst sein, dass die Möglichkeit des Scheiterns bei Start-ups immer ins Kalkül gezogen werden muss. Dabei sind die Chancen nicht gleichmäßig verteilt. Ein einfaches Beispiel: eine neue Pommes-Bude auf der Frankfurter Zeil hat höhere Erfolgswahrscheinlichkeiten, als ein Veggie-Burger-Restaurant in einem 300-Seelen-Nest im Hintertaunus. Wer sich für ein Investment interessiert, der sollte sich mit Produkt, Markt, Wettbewerb sowie den Erfolgsfaktoren der jeweiligen Branche vertraut machen – und durchaus auch hinterfragen, warum sich die Gründer für eine bestimmte Finanzierung entschieden haben. Last but not least sollte das Verhältnis von Risiko und Chance im Einklang stehen.
 
Die richtigen Investments auszusuchen, dazu gehört ein gutes Maß an Fleiß, eine Portion Erfahrung und sicher auch ein Quäntchen Glück. Bedenken Sie auch, dass die Historie des Crowdfunding-Sektors noch sehr jung ist. Hilfreicher als ein Vergleich der Ausfallraten sind Erkenntnisse darüber, wie man als Anleger und als Unternehmer die relevanten Erfolgsfaktoren identifiziert.  Hier sind Plattformen genauso wie Medien und Wissenschaft in die Pflicht zu nehmen.
 
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Glossar

Darlehen

Als Darlehen wird ein schuldrechtlicher Vertrag zwischen Darlehensgeber und Darlehensnehmer bezeichnet. Dabei überlässt der Darlehensgeber dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag für eine bestimmte Zeit zur freien Verfügung. Der Darlehensnehmer verpflichtet sich zur Rückzahlung des Geldbetrags sowie zur Zahlung vereinbarter Zinsleistungen.


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