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Welche Unternehmen sollen eigentlich künftig für Innovationen sorgen?

veröffentlicht am 06.09.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations



Der viel gepriesene Mittelstand ist es wohl nicht. Das legt zumindest eine aktuelle Umfrage der DZ Bank nahe. Nicht einmal ein Drittel (29 Prozent) aller befragten deutschen Unternehmen will in den nächsten drei Jahren seine Investitionen im Bereich Innovation steigern; bei den kleinen Unternehmen sind es sogar nur 20 Prozent.

 
Nicht spezialisierte Einheiten oder Mitarbeiter, sondern die Geschäftsführung gibt in nahezu allen Unternehmen (97 Prozent) die Impulse für Innovationen, so das Ergebnis der representativen Umfrage*. Das Unternehmer-Gen ist also offenbar ein wichtiger Aspekt für Innovationsfreudigkeit.
 
Nur die Hälfte der Mittelständler (51 Prozent) will mit ihren Investitionen in die Innovationskraft neue Geschäftsfelder erschließen oder neue Produkte entwickeln. Für 92 Prozent steht hingegen die Steigerung der Effizienz im Vordergrund. „Das ist grundsätzlich sinnvoll“, gibt DZ Bank-Vorstand Uwe Berghaus zu bedenken. „Aber es entsteht der Eindruck, dass im deutschen Mittelstand Innovationen nicht systematisch genug betrieben werden. Wenn Firmen deswegen den Anschluss an neue Märkte und Produkttrends verpassen, kann sich das rächen.“
 
In den Großkonzernen sieht die Situation nicht anders aus: Immer wieder zeigen Studien, dass Prozessoptimierung Thema Nr. 1 in Sachen Innovationsstrategie großer Unternehmen in ganz Europa ist. Das ist nicht nur schlecht für die einzelnen Unternehmen, sondern für die gesamte Volkswirtschaft. Musterbeispiel ist die Internetwirtschaft, die heute im Wesentlichen von US-Unternehmen dominiert wird.
 
Wer übernimmt die Rolle des Innovators?
Das wesentliche Impulse für Innovationen aus Start-ups kommen, das hat sich mittlerweile bis zu den Konzernen herumgesprochen. Sie versuchen daher, näher an die Gründerszene heran zu rücken. Vor rund 20 Jahren war es noch Corporate Venture Capital, was externe Innovationen in die Konzerne bringen sollte. Heute sind es Inkubatoren, Acceleratoren oder Innovation Labs, die von den Konzernen unterstützt werden, um im Silicon-Valley-Stil frische Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Böse Zungen behaupten, viele dieser Labore seien vor allem schicke Prestige-Projekte, imagefördernde Feigenblätter in Berliner Loft-Atmosphäre. Viele Ideen fänden weder den Weg zurück in den Konzern, noch zu erhofftem Kapital.
 
Deshalb braucht es Plattformen wie aescuvest, damit innovativen Start-ups neue Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet werden und die Ergebnisse der Entwicklungsarbeit innovativer Forscher und Unternehmer bessere Chancen erhalten, an den Markt zu kommen. Immerhin, auch das scheint sich immer weiter herumzusprechen.
 

* Die repräsentative Umfrage unter 800 Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 € und 125 Millionen Euro wurde im Zeitraum vom 14. Juni bis 30. Juli 2018 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der DZ Bank in computergestützten Telefoninterviews durchgeführt.

Bild: © cookelma - envato.com



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Glossar

Eigenkapital

Eigenkapital ist der Vermögensteil in der Bilanz eines Unternehmens, der nach Abzug jeglicher Verbindlichkeiten übrig bleibt. Das Eigenkapital einer Gesellschaft unterliegt im Gegensatz zum Fremdkapital keinen Rückzahlungsansprüchen. Der Eigenkapitalgeber hat kein Anrecht auf eine feste Zinszahlung, sondern Anspruch auf einen Anteil am Unternehmenserfolg.


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