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Neu bei aescuvest: Carried Interest

veröffentlicht am 09.06.2019 von Frank Schwarz, Head of Investment


Quelle: nd3000 - envato.com

In der vergangenen Woche haben wir hier über die schlechte Bilanz in Sachen Performance der deutschen Börsengänge der letzten zehn Jahre informiert. Als einer der Gründe wurden Interessenkonflikte bei den Banken genannt. Aber was garantiert Ihnen eigentlich, dass beim Crowdfunding die Interessen von Emittent, Anleger und Plattform gleichgerichtet sind?
 
Eigentlich sollte die Angelegenheit ganz einfach sein: Sich gut entwickelnde Start-ups machen die Gründer und die Investoren glücklich. Also sollte jede Plattform erpicht darauf sein, dass die präsentierten Unternehmen eine gute Perspektive aufweisen.
 
Auswahl durch unabhängiges Expertengremium
 
Bei aescuvest kommen nur Start-ups auf die Plattform, deren Innovation, Dienstleistung oder Produkt vom Investment-Komitee als aussichtsreich eingeschätzt werden. Der Beirat repräsentiert unterschiedliche Blickwinkel auf eine potenzielle Erfolgsgeschichte: Markt, Technologie, Recht, Betriebswirtschaft und langfristige Finanzierbarkeit gehören dazu. Diese Faktoren müssen in der Summe positiv bewertet werden. Erst in einem zweiten Schritt entscheidet das aescuvest Investment Management, ob sich das Geschäftsmodell und das dahinter stehende Team für eine Finanzierung über die Crowd eignen. Übrigens: Über 95 % der Anfragen, die wir von Start-ups erhalten, erhalten eine Absage.
 
Bezahlt wird bei Erfolg der Kampagne
 
Dass wir nur Unternehmen auf die Plattform nehmen, deren Geschäftsidee auch uns überzeugt, hat einen guten Grund: Wir verdienen nur Geld, wenn auch die Crowd überzeugt wird und das Funding erfolgreich verläuft. Dazu gehören neben der vielversprechenden und glaubhaften Story auch attraktive Konditionen für die Anleger, sprich Aussicht auf eine volle Partizipation an der Wertentwicklung. Dafür gibt es für die Anleger bei aescuvest neben einem Basiszins auch eine Beteiligung am Umsatz bzw. am realisierten Wertzuwachs im Falles eines Exits oder am Ende der Darlehenslaufzeit.
 
Unabhängige Wertermittlung durch Equidam
 
Anders als bei Börsengängen, wo sich oft die Analysten der Emissionsbanken bei der Bewertung gegenseitig überbieten, holen wir die Bewertung durch einen unabhängigen Dritten ein – durch Equidam, ein Unternehmen das sich auf die Start-Up Bewertung für Fundraising-Kampagnen spezialisiert und diese anhand von fünf unterschiedlichen Methoden ermittelt. So soll gewährleistet werden, dass die Ausgangssituation für alle Beteiligten fair ist. Denn natürlich haben die bestehenden Gesellschafter auch beim Crowdfunding grundsätzlich Interesse an einer höheren Bewertung.
 
Carried Interest als Ausgleich der Interessen
 
Nach der alten Kostenstruktur von aescuvest hätte die Plattform geneigt sein können, bei Zweifelsfällen und Diskussionen über die Bewertung eher die Sicht des zahlenden Kunden – also des Unternehmens – einzunehmen. Wir haben uns dazu entschlossen, hier für eine bessere Balance zu sorgen. Deshalb wird es bei den Fundings auf aescuvest.de und aescuvest.eu künftig auch für die Plattform eine Beteiligung am langfristigen Erfolg der Start-ups geben. Dies ist ein im Bereich der Risikofinanzierung weit verbreitetes Verfahren, das unter dem Namen „Carried Interest“ oder kurz „Carry“ bekannt ist. Bei aescuvest wird das ab der kommenden Kampagne von MEDIVID der Fall sein und grundsätzlich immer dann, wenn die Start-ups am Ende der Beteiligungslaufzeit eine Rendite von mindestens 10 % pro Jahr erwirtschaftet haben. Vor Erreichen dieser sogenannten „Hurdle“ wird die Verzinsung zu 100 % den Anlegern und danach zu 85 % den Anlegern und zu 15% aescuvest zustehen.
 
Von diesen zusätzlichen Einnahmen wird übrigens nur ein Teil bei der Plattform verbleiben. Im Wesentlichen werden sie dafür eingesetzt, um im Sinne der kapitalsuchenden Unternehmen Drittvertrieben die Vermittlung von Anlegergeldern zu honorieren. Im Sinne der Anleger werden zudem Mitglieder des bislang ehrenamtlich agierenden  Investment Komitees am Erfolg der Start-ups beteiligt – also ganz auf den Gleichklang der Interessen ausgerichtet.


 
 
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Glossar

Prospekt

Als Prospekt wird im Zusammenhang mit Kapitalanlagen die schriftliche Zusammenstellung von Informationen über ein öffentlich angebotenes Wertpapier und der damit verbundenen Risiken bezeichnet. In Deutschland dürfen Vermögensanlagen i. d. R. nicht ohne einen Prospekt, den die BaFin zuvor gebilligt hat, öffentlich angeboten werden. Die Prospektpflicht erstreckt sich dabei auch auf Anlageformen, die keine Wertpapiere oder Investmentanteile im engeren Sinne sind. Auch GmbH-Anteile können bspw. darunter fallen. Die BaFin prüft, ob der Prospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält und ob der Inhalt verständlich und widerspruchsfrei ist. Sie prüft jedoch nicht die inhaltliche Richtigkeit des Prospekts, die Seriosität des Anbieters oder die Tragfähigkeit des Geschäftsmodells. Der Prospekt stellt die zentrale Haftungsgrundlage in Streitfällen dar, falls dieser nicht alle wesentlichen Informationen für die Anlageentscheidung enthält bzw. die Angaben nicht den Tatsachen entsprechen. Das 2015 verabschiedete Kleinanlegerschutzgesetz (KASG) hat explizit für Nachrangdarlehen und partiarische Darlehen, die über Crowdfunding-Plattformen eingesammelt werden, eine Befreiung von der Prospektpflicht vorgesehen. Dafür gibt es zwei wesentliche Einschränkungen: private Anleger dürfen je Projekt nicht mehr als 25.000 Euro investieren und Unternehmen dürfen insgesamt maximal 6 Mio. Euro an Kapital einsammeln.


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