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Negativzins ist beim normalen Sparer angekommen

veröffentlicht am 22.11.2019 von Frank Schwarz, Head of Investment



Im Oktober hat die erste deutsche Bank Negativzinsen für Einlagen ab dem ersten Euro eingeführt. Die Volksbank Fürstenfeldbruck verlangt von jedem Kunden, der neu bei ihr Geld anlegt, 0,5 % Minuszinsen. Experten rechnen damit, dass das erst der Anfang einer bald bundesweiten Entwicklung ist.

 
Sparbücher waren eigentlich noch nie ein guter Rat, um Geld so anzulegen, dass es sich ansprechend vermehrt. Nur: noch nie war das für jedermann so offensichtlich wie heute. Und deshalb ist der aktuellen Entwicklung durchaus etwas Positives abzugewinnen. Denn eigentlich ist das Sparbuch so etwas wie die sichere Alternative zum Kopfkissen, unter dem man früher sein Liquiditätspolster aufbewahrte. Hier sollte nur so viel Geld geparkt werden, wie man kurzfristig benötigen könnte. Zum Beispiel für einen Urlaub oder eine unvorhergesehen mittelgroße Anschaffung für den Haushalt.
 
Das Sparbuch ist keine Geldanlage, sondern Geldaufbewahrung
 
Geld, das man für größere Anschaffung oder für den Ruhestand anlegen möchte, ist anderswo deutlich besser aufgehoben.
 
Denn selbst in Zeiten hoher Zinsen, bspw. Mitte der 1980er-Jahre war der Geldwertschwund durch Inflation höher, als der reale Zins (also nominaler Zins abzüglich Inflationsrate) – und seitdem kaum einmal höher als 1 %. Der Dax, als das Rendite-Barometer der 30 wichtigsten deutschen Aktien, hat seit 1985 bis heute um rd. 1.200 % zugelegt. Und selbst wer sein Geld kurz vor dem 2000er-Crash in Dax-Aktien anlegte, konnte sein Aktienvermögen bis heute wieder verdoppeln. Innerhalb von zwei Jahren hätte er sein Vermögen aber auch um zwei Drittel geschrumpft.
 
Das heißt gleichzeitig, wer sein Geld anlegt, um ein Vermögen zu bilden, der muss dies mit einer langfristigen Perspektive und mit viel Überlegung tun. Auch wer heute in Start-ups investiert, der sollte dafür eine Perspektive von fünf bis zehn Jahren einplanen, dafür nur einen Teil seines Vermögens einsetzen (maximal 10 %) und dabei den Einsatz auf mehrere Körbe verteilen. Für ein Start-up-Portfolio können Investoren Gesamtrenditen von über 10 % erwarten. Da sind die aktuellen Zinsen aufs Sparbuch von nachgelagertem Interesse.
 
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Glossar

Crowdfunding

Crowdfunding ist die Finanzierung von Vorhaben durch eine Vielzahl von Personen, die so genannte Crowd, die über das Internet als Anleger gewonnen werden. Crowdfunding ist eine Alternative zur traditionellen Finanzierung durch Banken. In der Praxis kommen vor allem vier Modelle des Crowdfunding vor: Das spendenbasierte Crowdfunding (Donation-based Crowdfunding): Die Geldgeber spenden Geld für ein konkretes Projekt oder einen bestimmten Zweck, ohne hierfür eine Gegenleistung zu erhalten. Das Reward-based Crowdfunding: Die Geldgeber erhalten eine materielle oder ideelle Gegenleistung, aber kein Geld. Das Crowdlending: Die Geldgeber erhalten das Versprechen, dass ihnen der eingesetzte Betrag mit oder ohne Zinsen zurückgezahlt wird. Das Crowdinvesting (Equity-based Crowdfunding): Der Geldgeber erhält eine Beteiligung an den zukünftigen Gewinnen des finanzierten Unternehmens in Form von Zinsen und/oder Bonuszahlungen, teils auch eine Beteiligung am Wertzuwachs oder an Exit-Erlösen. Der eingesetzte Betrag wird bis zum Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Der Anleger übernimmt auf diese Weise unternehmerische Risiken und spekuliert auf eine finanzielle Rendite.


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