Blog

Gesundheitskompetenz - Hilft mehr Bildung oder vielleicht doch eher bessere UX?

veröffentlicht am 25.02.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations




Laut einer Studie aus dem Jahr 2017 verfügten 54 % und damit mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland nur über eine „eingeschränkte Gesundheitskompetenz“, verlautete es in dieser Woche aus dem Bundesgesundheitsministerium. Das bedeutet, sie haben Schwierigkeiten, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, sie zu bewerten und die richtigen Entscheidungen für eine gesunde Lebensweise oder zur Krankheitsbewältigung zu treffen.

 
Die Zahl wurde in dieser Woche anlässlich der Vorstellung des „Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz“ wiederholt und kommt mir persönlich zu niedrig vor. Je nachdem, wie man Gesundheitskompetenz definiert. Denn selbst Menschen mit einem (nicht-medizinischen oder -pharmakologischen) Hochschulstudium steigen bei der Lektüre von Beipackzetteln oder Diagnoseberichten schnell aus. Die wenig kunden- sprich patientenorientierte Formulierung von Sachverhalten ist dabei kein Phänomen, das sich auf die Welt der Medizin beschränkt. Haben Sie schon einmal einen Bausparvertrag oder Bedienungsanleitung technischer Haushaltsgeräte durchgelesen? Und, alles verstanden?
 
Die im Juni 2017 durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ins Leben gerufene „Allianz für Gesundheitskompetenz“ hat sich in einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet, Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitswissens zu entwickeln und umzusetzen. Dabei wird an erster Stelle die Verbesserung der Gesundheitsbildung genannt. Das kommt einem bekannt vor, denn in gleicher Regelmäßigkeit werden von Politikern Forderungen nach Verbesserung der Bildung in den Bereichen Finanzen, Ernährung, Umwelt, Mediennutzung aufs Tapet gebracht. Am besten sollte es für jedes Thema ein eigenes Schulfach geben.
 
Das Gesundheitssystem nutzerfreundlich gestalten
Mehr Wissen schadet wohl nie. Aber wenn insbesondere ältere Menschen, Menschen mit chronischer Erkrankung, mit geringem Bildungsstatus oder mit Migrationshintergrund als Zielgruppe genannt werden, dann sind wohl im Wesentlichen auch andere Ansatzpunkte zur Verbesserung der „Gesundheitskomptetenz“ gefragt.
 
Der wissenschaftliche Leitfaden nennt daher zu recht gute Gesundheitsinformationen und Entscheidungshilfen sowie mehr Verständlichkeit im Arzt-Patienten-Gespräch als Ziele des nationalen Aktionsplans. Aber warum erst an zweiter Stelle? Dem Internet soll dabei eine Schlüsselrolle zukommen. Vielleicht sollte die Welt der IT der Initiative nicht nur Medium, sondern auch Vorbild sein. Der UX – das steht für User Experience, zu Deutsch die Anwenderfreundlichkeit – kommt bei der Gestaltung erfolgreicher Webseiten und Anwender-Software eine hohe Bedeutung zu. Kein Anbieter würde von seinen Kunden Programmierkenntnisse erwarten. Selbst so ein komplexes technisches Gerät wie ein Smartphone kann heute in Grundzügen von Kleinkindern bedient werden, meist bevor diese richtig sprechen geschweige denn selbst lesen können.
 
Die Digitalisierung könnte hierbei ein wichtiger Wegbereiter für mehr Gesundheitskompetenz werden. Zum einen, wenn sie medizinisches Personal von Routineaufgaben entlastet und mehr Zeit für den persönlichen Austausch mit Patienten und Angehörigen bleibt – siehe unser aktuelles Projekt moio.care. Zum anderen durch die Möglichkeiten der bedarfsgerechten Information mit Hilfe von Gesundheits-Apps, die Patienten helfen, ihre Krankheit besser zu verstehen und mit ihr umzugehen, ohne bestimmte Behandlungsmethoden vorzugeben, die den persönlichen Gesundheitszustand in einem Patiententagebuch aufzeichnen und einen einfachen Zugang zu Gesundheits-Informationen ermöglichen.


Zurück

Newsletter-Anmeldung

Glossar

Crowdfunding

Crowdfunding ist die Finanzierung von Vorhaben durch eine Vielzahl von Personen, die so genannte Crowd, die über das Internet als Anleger gewonnen werden. Crowdfunding ist eine Alternative zur traditionellen Finanzierung durch Banken. In der Praxis kommen vor allem vier Modelle des Crowdfunding vor: Das spendenbasierte Crowdfunding (Donation-based Crowdfunding): Die Geldgeber spenden Geld für ein konkretes Projekt oder einen bestimmten Zweck, ohne hierfür eine Gegenleistung zu erhalten. Das Reward-based Crowdfunding: Die Geldgeber erhalten eine materielle oder ideelle Gegenleistung, aber kein Geld. Das Crowdlending: Die Geldgeber erhalten das Versprechen, dass ihnen der eingesetzte Betrag mit oder ohne Zinsen zurückgezahlt wird. Das Crowdinvesting (Equity-based Crowdfunding): Der Geldgeber erhält eine Beteiligung an den zukünftigen Gewinnen des finanzierten Unternehmens in Form von Zinsen und/oder Bonuszahlungen, teils auch eine Beteiligung am Wertzuwachs oder an Exit-Erlösen. Der eingesetzte Betrag wird bis zum Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Der Anleger übernimmt auf diese Weise unternehmerische Risiken und spekuliert auf eine finanzielle Rendite.


Alle Begriffe

Gesundheit lohnt sich.
Für jeden von uns.