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Gehören Apotheken auf die Rote Liste?

veröffentlicht am 05.01.2019 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Media & Investor Relations


Quelle: stokkete - envato.com

Kennen Sie das: Weihnachtlicher „Heimatbesuch“ bei der Familie. Sie bummeln durch die altbekannte Innenstadt und entdecken neue oder vermissen alte Geschäfte. An manchen Stellen überlegt man, was früher an Stelle des Handy-Shops oder der leeren Schaufenster gewesen ist. An den Fassaden sind hin und wieder noch die Umrisse alter Schilder zu erkennen. Nicht selten gibt es dann einen „A“-Effekt: „War da nicht mal eine Apotheke?“ In unserer erhabenen Kurstadt gab es früher gefühlt an jeder Ecke eine. Die Kurgäste, die sind längst verschwunden …
 
Das Apothekensterben erfährt man nicht erst beim Blick in die Zeitung. Jeder, der mit offenen Augen durchs Land geht, kann es sehen. Und es ist bei weitem kein ländliches Phänomen, auch in den Städten ist es gut sichtbar. Von den verbliebenen Officinen fallen einige durch Rabattaktionen in den Schaufenstern auf. Vor kaum 20 Jahren eine völlig undenkbare Gegebenheit in dieser altehrwürdigen Kammerzunft.
 
Pessimistischer Ausblick
 
Der Wettbewerbsdruck – nicht zuletzt, aber nicht nur ausgelöst durch den Online-Handel – ist nur eine der Ursachen für die Krise. Die aktuelle Honorar- und Rabattregelung trägt ihren Teil dazu bei. Die selbständigen Apotheker in Deutschland blickten mit zunehmender Skepsis in die Zukunft, so das Ergebnis des von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) veröffentlichten Apothekenklima-Index 2018.  Gut 71 Prozent rechneten mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung der Apothekenbranche. 2016 waren es noch knapp 51 Prozent. Sorge bereite den Apothekenleitern auch der Nachwuchs: Ein Drittel von ihnen rechne damit, für neu zu schaffende oder nachzubesetzende Pharmazeuten-Stellen in den nächsten zwei bis drei Jahren keine geeigneten Bewerber zu finden. Auch die Nachfolgesuche ist für viele Apotheker eine oft unlösbare Herausforderung.
 

Entwicklung der Zahl stationärer Apotheken in Deutschland



 
Bis Anfang 2018 sank die Zahl der Apotheken bundesweit auf rd. 19.700, dem niedrigsten Stand der letzten 30 Jahre. Dabei fragen einige Marktteilnehmer, ob es denn überhaupt noch stationäre Apotheken braucht, wo doch Arzneimittel heute problemlos über das Internet zu bekommen seien. Umgekehrt fordert der Apothekerverband ein Gesetz, das über ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wieder einheitliche Preise bei rezeptpflichtigen Medikamenten herstellt.
 
Perspektive gibt es nur mit einer Neuausrichtung
 
Rückkehr zu vordigitalen Zeiten? Das ist ein Traum vieler Unternehmer, die den Zug der Zeit verpasst haben. Aber der lässt sich vielleicht bremsen, aber kaum aufhalten. Was die Branche eher braucht, ist ein struktureller Wandel. Wie andere von der digitalen Disruption erfasste Branchen muss sich anpassen, wer überleben will. Dabei könnte gerade die ländliche Apotheke von einem anderen Trend profitieren, der als Mitverursacher des Apothekensterbens identifiziert wird: das Praxissterben. Hier entsteht eine Lücke, in die sie stoßen könnten.
 
Aber egal ob in Städten oder auf dem Land: Vielbeschworene Stärke der Apotheke ist der persönliche Kontakt zu Patienten, die Beratung und die Bereitschaft zu weiterreichenden Services. Fast 95 Prozent der Befragten beim Apothekenklimaindex sehen in ihrer Apotheke sogar Potenzial, Pflegebedürftige und deren Angehörige im häuslichen Umfeld zu unterstützen.
 
Allerdings gelingt es den traditionellen Apothekern bislang selten, dies auch in bare Münze umzuwandeln. Da trifft das Angebot der aktuell von aescuvest präsentierten Investmentchance Checkup-Scout mit einem Tool für eine individuelle und ganzheitliche Gesundheitsvorsorge genau den Nerv der Zeit.
 
Die Notwendigkeit einer zügigen Versorgung mit dringend benötigten Arzneimitteln, individuellen Rezepturen oder Betäubungsmitteln dürfte stationäre Apotheken vor dem Aussterben schützen. Für wie viele es eine „Bestandsgarantie“ gibt und ob das dann auch wirtschaftlich eine interessante Perspektive sein kann, liegt auch in der Hand der Apotheker, die ihre Hoffnungen nicht allein auf günstigere Rahmenbedingungen setzen wollen.

 
 
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VIB – Vermögensanlagen-Informationsblatt

Vor dem Start einer Crowdinvesting-Kampagne muss jeder Initiator ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) erstellen und bei der BaFin hinterlegen, welche allerdings nur Formalien, aber nicht den Inhalt überprüft. Das VIB soll auf maximal drei DIN-A4-Seiten kurz und verständlich die wichtigsten Informationen über den Initiator der Crowdinvesting-Kampagne und die angebotene Vermögensanlage zusammenfassen.


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