Blog

Finanzlage der Deutschen: Sachwerte machen den Unterschied

veröffentlicht am 19.05.2019 von Christoph Bartoschek, Investment Manager




Gehören Sie zu den Wohlhabenderen des Landes oder eher zum Mittelmaß? Und wie steht es eigentlich um die Diversifikation Ihres Vermögens? Die jüngst von der Bundesbank veröffentlichte Studie „Private Haushalte und Ihre Finanzen“ gibt einige interessante Einblicke in das Anlageverhalten der Deutschen und die Erfolgsformel der Vermögenden in Sachen Geldanlage.
Seit der letzten Bundesbankstudie von 2014 ist das Median-Nettovermögen der deutschen Haushalte zum Jahr 2017 um stolze 17 % gestiegen. In absoluten Zahlen bedeutet das, der mittlere deutsche Haushalt weist ein Gesamt-Nettovermögen von 70.800 Euro auf. Wichtig an dieser Stelle ist die Begrifflichkeit des Median: Dieser stellt anders als der „Mittelwert“ nicht den Durchschnitt dar, sondern den Wert an dem die Anzahl der Haushalte, die mehr Vermögen als dieser Haushalt haben, genauso hoch ist wie die Anzahl der Haushalte, die weniger Vermögen aufweisen. Zusammengesetzt wird das Nettovermögen neben dem Finanzvermögen (Bankguthaben, Aktien, Fondsanteile) und Sachwerten wie Immobilien, Autos oder Firmenanteile – nach Abzug aller Schulden. Wesentliche Ursache für die kräftig gestiegenen Nettovermögen seit der letzten Befragung die anziehenden Preise von Immobilien und Aktien. Das niedrige Zinsniveau zur Tilgung von Krediten und gestiegene Haushaltseinkommen kamen als positive Einflussfaktoren dazu.
 
Bankguthaben – und dann?
Bei der Vermögensverteilung sind auch weiterhin klare Trends in der deutschen Bevölkerung zu erkennen. Grundsätzlich gilt: Je vermögender ein Haushalt ist, desto höher fällt der Anteil an Sachwerten am Gesamtvermögen aus. Sachwerte sind Wirtschaftsgüter, die ihren Wert auch bei Inflation erhalten können. Dennoch leben in Deutschland nur knapp unter 50 % der Haushalte – vor allem die wohlhabenderen – in einer Immobilie, von der sie selbst Eigentümer sind. Ähnlich sieht die Situation bei dem Aktienvermögen aus, welches seit der letzten Erhebung zwar um 13 % auf 43.700 Euro gestiegen ist, aber überwiegend im Vermögensmix der wohlhabenderen Haushalte zu finden ist. Was auffällt, ist die fehlende Risikobereitschaft der Deutschen. Denn neben dem Aktienvermögen sind auch die Guthaben auf Girokonten seit der letzten Messung stark gestiegen – und das um stolze 65 % auf 7.100 €! Zu Zeiten der Nullzinspolitik zwar kaum vorstellbar, aber Realität. Anstatt ihr Geld ertragreich anzulegen, nehmen viele Haushalte weiterhin den Wertverlust durch Inflation in Kauf.
 
Crowdinvesting als attraktive Anlagemöglichkeit
Heutzutage hat der Kleinanleger eine Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten, individuell im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten mehr aus seinem Geld zu machen, als es lediglich auf dem Girokonto versauern zu lassen. Wer sich nicht mit Investitionsmöglichkeiten wie dem alteingesessenen Aktienmarkt anfreunden kann, für den gibt es eine Vielzahl weiterer interessanter Optionen. Eine davon, die in vielerlei Hinsicht attraktiv ist, ist das Crowdinvesting. Zwar richtet sich diese Investitionsform eher an risikoaffine Leute, punktet allerdings zugleich mit sehr attraktiven Renditen und der Möglichkeit, Start-ups zu finanzieren, zu denen eine persönliche Bindung besteht oder dessen innovative Idee man aus verschiedensten Interessen unterstützen und wachsen sehen möchte. Schon bald bietet aescuvest interessierten Investoren die Möglichkeit, über die deutsche Staatsgrenze hinaus, in attraktive europäische Start-ups zu investieren und ihr Vermögensportfolio weiter zu diversifizieren.


Die Befragung zu der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen” wird von der Bundesbank im Drei-Jahres-Rhythmus durchgeführt. Die aktuelle Erhebung stammt aus dem Jahr 2017 und umfasst rund 5.000 Haushalte. Die nächste Erhebung der Bundebank ist für das Jahr 2020 angesetzt.
 
Quellen:

Bundesbank – Die Studie zur wirtschaftlichen Lage privater Haushalte

Bundesbank – Die Studie zur wirtschaftlichen Lage privater Haushalte, Pressegespräch

 
   
Zurück

Newsletter-Anmeldung

Glossar

Bonuszins (endfällig)

Sieht der Darlehensvertrag einen endfälligen Bonuszins (endfällig zahlbare variable Zinskomponente) vor, so gilt: Endet der Darlehensvertrag durch Ablauf der regulären Vertragslaufzeit, so erhält der Darlehensgeber am Rückzahlungstag einmalig einen Bonuszins in Höhe des im Darlehensvertrag genannten prozentualen Anteils („endfälliger Bonusanteil“) an der im Darlehensvertrag genannten Kennziffer (Umsatz, Gewinn, EBIT oder EBITDA). Zugrunde gelegt wird dabei der gewichtete Durchschnitt der Entwicklung der Kennziffer in den drei vorangegangenen abgeschlossenen Geschäftsjahren (das zuletzt abgeschlossene Geschäftsjahr gewichtet mit 50 %, das Jahr zuvor mit 30 % und das Jahr vor diesem mit 20 %). Endet der Vertrag vor Ablauf der regulären Vertragslaufzeit aufgrund vorzeitiger Kündigung bei Folge-Finanzierungsrunde oder Exit, so wird der Darlehensgeber finanziell so gestellt, als hätte er einen Eigenkapital-Anteil am Darlehensnehmer in Höhe des im Darlehensvertrag genannten prozentualen Anteils („virtuelle Erlösbeteiligung“) veräußert, wobei die Unternehmensbewertung zugrunde gelegt wird, die der Folgefinanzierung bzw. dem Exit zugrunde liegt. Der Darlehensgeber erhält also einen Betrag in Höhe des Produkts seiner – ggf. zwischenzeitlich verwässerten, hierzu sogleich – virtuellen Erlösbeteiligung und der bei Kündigung zugrunde gelegten Unternehmensbewertung (Partizipation an Unternehmenswertsteigerung). Der entsprechende Betrag ist innerhalb von vier Wochen nach dem Tag der Wirksamkeit der Kündigung an den Darlehensgeber auszuzahlen. Der endfällige Bonuszins unterliegt in beiden vorstehend genannten Fällen der Verwässerung: Bei Folge-Finanzierungen in Form von Kapitalerhöhungen während der Laufzeit des Darlehens, bei denen das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers nicht ausgeübt wird, verringert sich der endfällige Bonusanteil des Darlehensgebers jeweils mit Wirkung für die Zukunft im Verhältnis des alten zum gesamten neuen Stammkapital des Darlehensnehmers nach Durchführung der Kapitalerhöhung. Dies gilt bei Kapitalherabsetzungen entsprechend. Bei Folge-Finanzierungen in Form von Schwarmfinanzierungen (Crowdfundings), bei denen schuldrechtliche Gewinnbezugsansprüche gewährt werden, verringert sich der endfällige Bonusanteil des Darlehensgebers jeweils in dem Verhältnis des Wertes des wirtschaftlichen Altkapitals (ausgedrückt durch die Pre-Money-Bewertung, die der neuen Schwarmfinanzierung zugrunde liegt) zum Wert des Neukapitals (ausgedrückt durch die dem neuen Funding zugrunde liegende Post-Money-Bewertung; diese errechnet als Pre- Money-Bewertung zuzüglich der Finanzierungssumme im Rahmen des neuen Fundings). Die Verwässerung tritt nicht ein bei Folge-Finanzierungen, deren Umfang geringer ist als das Finanzierungs-Limit laut Darlehensvertrag; bei Down Rounds (wie oben definiert); bei Nachschüssen (wie oben definiert). Der Darlehensgeber stimmt der möglichen Verwässerung seines Zinsanspruchs bereits jetzt zu. Er hat bei Folge-Finanzierungsrunden weder ein Bezugsrecht noch ein Mitbestimmungsrecht, sondern wird die Verwässerung hinnehmen, um optimales Wachstum des Unternehmens des Darlehensnehmers zu ermöglichen. Kündigt das Unternehmen den Darlehensvertrag berechtigt außerordentlich, so fällt kein Bonuszins bei Vertragsende an.


Alle Begriffe

Gesundheit lohnt sich.
Für jeden von uns.