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FAZ Health Summit – Können Algorithmen Ärzte ersetzen?

veröffentlicht am 16.10.2017 von Dr. Patrick Pfeffer, Hexagonaut für Strategische Geschäftsführung



Bildquelle: Frankfurter Allgemeine Forum / Martin Url.

Big Data in der Medizin, bedeutet das Gläserner Patient und Effizienz statt Mensch im Mittelpunkt? Oder ist das mal wieder die typische „German Angst“? Das FAZ Forum zum Thema „Future meets Health“ lieferte die Plattform für die erwartet spannenden und teils kontroversen Diskussionen.
 
Wie immer, wenn es um das Thema Veränderung – neudeutsch „Disruption“ geht – gibt es viele, die gute Gründe haben, sich dagegen zu wehren. Warum sollten sich zum Beispiel Produktmanager für effizientere Prozesse interessieren, wenn das für ihre Profitcenter im Zweifel zunächst mal geringere Umsätze bedeuten würde?
 
Deutschland galt über Jahrzehnte als die Apotheke der Welt, und hierzulande entwickelte Medizintechnik genießt ein hohes Ansehen. Das sichert den Unternehmen bis heute gute Einkünfte. Nun drängen branchenfremde Unternehmen wie Apple, Google, IBM Watson oder SAP genauso wie innovative und wendige Start-ups in den Bereich des Gesundheitswesens. Nur wer sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellt, der wird auch überleben können. Die Evolution und natürliche Selektion gibt es, seitdem Lebewesen unseren Planeten bewohnen. Die Gesetze, die sich von der Ökologie auf die Ökonomie übertragen lassen, wird kein Unternehmen außer Kraft setzen können. Wer versucht, den Status quo zu verteidigen und die Prozesse aufzuhalten statt sich anzupassen, schießt sich über kurz oder lang selbst aus dem Rennen.
 
Als Musterbeispiel für die mangelnde Bereitschaft zur Modernisierung des Gesundheitswesens in Deutschland gilt das Fiasko um die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte. Experten wie Prof. Dr. Hans-Hermann Dirksen von der Hochschule Fresenius oder Dr. Matthieu Schapranow vom Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering werten „unüberwindbare“ Datenschutzbedenken oder Klagen über den mangelnden Ausbau der schnellen Internetverbindungen eher als vorgeschobene Gründe, um Veränderungen auszubemsen. Die Folge: Deutschland hinkt im internationalen Vergleich beim Thema eHealth hinterher und ist laut PwC-Studie europaweit Schlusslicht.

Die Doc-App schafft sicher nicht den Doktor ab

Datenschutz und Datensicherheit sind genauso elementar in der Anwendung von Big Data im Gesundheitswesen, wie die Formulierung ethischer Grundsätze. Personenbezogene Daten dürfen schlichtweg nicht in falsche Hände geraten.
 
Digitale Technologien, Mobile Health und Gesundheits-Apps lassen sich aber nicht aufhalten, sie werden unser Leben und damit Medizin und Gesundheitswirtschaft verändern. Big Data-gestützte Diagnoseverfahren werten Daten in Sekundenschnelle aus. Ärzte können Krankheitsbilder schneller und präziser erkennen, Fehldiagnosen reduzieren und unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse und Technologien Therapien vorschlagen. Diese können mit Hilfe von Big-Data-Technologien auf den Patienten maßgeschneidert werden. Faktoren wie Erbgut, Lebensstil, Geschlecht, Alter können berücksichtigt werden. Dadurch lassen sich Nebenwirkungen reduzieren, die Effektivität der Therapie steigern und Heilungschancen verbessern.
 
Effizienz bedeutet aber auch einfach bessere Terminkoordination und dadurch weniger Wartezeit in Praxen und Krankenhäusern oder Entlastung der Ärzte von administrativen Tätigkeiten. Höhere Effizienz im Gesundheitssystem bedeutet nicht nur geringere Kosten, sondern vor allem bessere Leistung und mehr Zeit für das persönliche Gespräch mit dem Patienten.
 

Mein Fazit: Wir brauchen mehr Mut, Veränderung nicht nur auszusprechen, sondern auch auszuprobieren. UnternehmerMUT und ErfinderTUM. aescuvest ist dabei.


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Glossar

Rating

Rating (engl. für Bewertung) bezeichnet im Zusammenhang mit Darlehen eine Einschätzung über die Bonität eines Schuldners.


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