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Durch Diversifizieren Risiken richtig reduzieren – oder: lege niemals alle Eier in einen Korb

veröffentlicht am 13.07.2017 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations


Ob Profiinvestor oder enthusiastischer Crowdinvestor, wer träumt nicht von dem einen Volltreffer, dem Investment das durch die Decke geht. Wer in Start-ups investiert, sollte allerdings nicht nur träumen, sondern vor allem rechnen können.
 
Auf der Internetseite von aescuvest finden Sie, werte Investoren, zahlreiche Warnhinweise. Sie sagen deutlich, dass die auf unserer Plattform angebotenen Anlagen mit hohen Risiken verbunden sind, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Wir schreiben das nicht (nur), weil es vom Gesetzgeber so vorgegeben wird, sondern weil es für jeden Anleger ein wichtiger Umstand ist, den er bei seinen Investments immer mit ins Kalkül ziehen muss. Die auf aescuvest vorgestellten Unternehmen befinden sich meist in einer frühen Entwicklungsphase, ihre Produkte und Dienstleistungen müssen sich erst noch am Markt beweisen.
 
Die mit jedem Investment verbundenen Risiken können unterschiedlichster Art sein, z. B. technologischer Wandel, das Auftreten neuer, kapitalkräftiger Wettbewerber, mangelnde Akzeptanz beim Kunden, usw. Das mögliche Scheitern einer Idee ist ein elementarer Bestandteil von Start-up-Investitionen, dass muss jedem Crowdinvestor klar sein.
 
Auf der Suche nach dem „Tenbagger“
Niemand, auch kein professioneller Venture Capital-Investor, kann mit absoluter Sicherheit voraussagen, wie sich ein Unternehmen entwickeln wird. Und dennoch können wir von professionellen VC-Gebern einiges lernen. So zeigt die Erfahrung, dass von zehn Investments ein bis vier als Totalverlust abgeschrieben werden müssen, zwei bis vier sollten eine positive Rendite bringen. Dazwischen gibt es noch Investments, die das Kapital zwar erhalten, aber keine nennenswerte Rendite erwirtschaften. Unter den zehn Investments sollte mindestens ein sogenannter „Tenbagger“ sein – also ein Unternehmen, das den Einstandspreis verzehnfacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diesen Vervielfacher durch ein einziges Investment erwischen, ist natürlich deutlich geringer, als wenn Sie sich ein Portfolio an Beteiligungen aufbauen.
 
Der Portfolio-Aufbau ist ein Muss für jeden Crowdinvestor
Wenn Sie via Crowdinvesting beispielsweise 10.000 Euro in Start-ups investieren möchten, dann sollten Sie diesen Betrag nicht nur in ein Unternehmen stecken, sondern unbedingt auf mehrere verteilen. Wichtig ist dabei, das Renditepotenzial der Investments genau ins Kalkül zu ziehen. Nehmen wir als Beispiel unsere drei laufenden Kampagnen Liqui-Patch, PatientCare und Rodos Biotarget. Hier sehen Sie an den Beispielrechnungen, dass Sie allein durch den guten Verlauf eines einzigen der drei Projekte durch Frühzeichnerboni und Umsatzbeteiligung schon den kompletten Einsatz für alle drei Investments hereinholen könnten, sofern Sie Ihr Kapital gleichmäßig auf die drei Kampagnen verteilt haben. Und jeder weitere Euro Rückzahlung oder Verzinsung bringt Ihnen zusätzliche Rendite.
 
Ein typischer VC-Investor peilt übrigens für sein Portfolio, das häufig um die zehn Beteiligungen umfasst, eine Rendite zwischen 10 und 20 % an. Für einen Start-up-Investor ist es dabei weniger bedeutsam, wie hoch die Basisverzinsung ist. Entscheidend beim Portfolioaufbau ist vielmehr, ob und wo das Renditepotenzial nach oben begrenzt ist. So müssen Sie beachten, dass die obige Rechnung nur funktionieren kann, wenn die Investments ein entsprechendes Vervielfältigungspotenzial haben. Investieren Sie Ihr Geld beispielsweise in Projekte, die eine feste und damit maximale Verzinsung von 6 % bieten, ohne den Totalverlust ausschließen zu können, müssten Sie in 20 planmäßig laufende Projekte mit gleicher Verzinsung investiert sein, um einen einzigen Totalverlust auszugleichen.
 
Der Volltreffer kommt vor, aber …
Kommt es zu einem erfolgreichen Exit, beispielsweise durch den Verkauf eines Unternehmens, können Sie sich bei den aescuvest vorgestellten Investments zusätzliche Boni als Rendite auf der Habenseite gutschreiben. Wenn es richtig, richtig gut läuft, dann spricht man übrigens vom „Unicorn“. Das sind Start-ups, die nach kurzer Zeit eine Milliarden-Bewertung erzielen, also die Facebooks, Googles und Ubers dieser Welt. Die sind selbstredend noch seltener anzutreffen als die Tenbagger. Aber auch beim Crowdinvesting wurde jüngst eines gesichtet: BrewDog aus Schottland hat den Geldgebern der ersten Stunde einen Wertzuwachs von 2.765 % eingebracht. Aber solche Volltreffer sollten Sie in Ihre Überlegungen zum Portfolioaufbau nicht einberechnen. Sie kaufen ja auch kein Haus, weil Sie davon ausgehen, dass Sie am nächsten Samstag den Lotto-Jackpot knacken.
 
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Glossar

VIB – Vermögensanlagen-Informationsblatt

Vor dem Start einer Crowdinvesting-Kampagne muss jeder Initiator ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) erstellen und bei der BaFin hinterlegen, welche allerdings nur Formalien, aber nicht den Inhalt überprüft. Das VIB soll auf maximal drei DIN-A4-Seiten kurz und verständlich die wichtigsten Informationen über den Initiator der Crowdinvesting-Kampagne und die angebotene Vermögensanlage zusammenfassen.


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