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Digital Health: Patienten sehen eher Chancen als Risiken

veröffentlicht am 11.05.2019 von Christoph Bartoschek, Investment Manager



 
Es gibt Spötter die behaupten, die Elektronische Patientenakte sei der BER des deutschen Gesundheitswesens. Seit 2001 wird in Deutschland über sie geredet. Bis heute gibt es das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung nicht. Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Einführung nun bis zum Jahr 2021 in Aussicht gestellt. An wem liegt es, dass es so lange dauert?
 
Offensichtlich nicht an den Patienten, das ist zumindest das Ergebnis der jüngsten „Digital Health“-Studie des ITK-Branchenverbandes Bitkom. Digitalisierung ist in der Medizin längst kein Fremdwort mehr und gewinnt von Seiten der deutschen Bevölkerung zusehends an Zustimmung.
 
Die Mitte dieser Woche veröffentlichte Studie gibt u. a. Auskunft darüber, dass bereits zwei von drei Smartphone-Besitzern Gesundheits-Apps benutzen. Mit 792 Smartphone-Besitzern innerhalb der Stichprobe machen diese also einen Anteil von 528 Personen, sprich über 50 Prozent der Gesamtstichprobe aus. Besonders beliebt seien demnach Informations-, Fitness- und Tracking-Apps, welche innerhalb dieser Gruppe bereits anteilig zu 25, 24 und 17 Prozent zur Verwendung kommen.
 
Ebenfalls an großer Zustimmung – vor allem unter den jüngeren Bundesbürgern – erfreut sich die Idee der Elektronische Patientenakte, von der bereits ca. zwei Drittel der Deutschen Gebrauch machen würden (65 Prozent). Mit 63 Prozent erfährt das E-Rezept unter den Befragten annähernd an genauso viel Zustimmung wie die E-Akte. Vor allem der Wunsch nach einem integrierten digitalen Impfpass (98 Prozent) sowie eines digitalen Medikationsplanes mit automatischem Wechselwirkungscheck (91 Prozent) sind hier gewichtige Faktoren. Knapp dahinter mit immerhin noch 81 Prozent Zustimmung unter den Befragten wurde das Interesse an der Integration von Daten, die aus Apps oder medizinischen Geräten generiert werden, geäußert. Als Musterbeispiel gilt der Einsatz bei chronischen Erkrankungen wie bspw. Diabetes, wo Digital-Health-Applikationen zu einer besseren Therapietreue und zielgenaueren Behandlung führen.
 
Euphorie mit klarer Einschränkung
Bei aller Euphorie um den Digitalisierungstrend haben die Befragten eine klare Meinung zu der Frage des Datenschutzes. 59 Prozent fordern explizit, dass dieser höchste Priorität habe. Angesprochen auf die Datenhoheit, sind sogar 61 Prozent der Befragten der Meinung, diese müsse unter allen Umständen in den Händen der Patienten liegen. Doch nicht nur der Inhalt müsse stimmen, auch ein strukturiertes Layout (45 Prozent) und die mobile Nutzbarkeit (34 Prozent) halten die Deutschen für wichtige Aspekte, die bei der weiteren Konzeptionierung eines digitalen Angebots nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Ansonsten könnte das Level an Akzeptanz für die digitalen Ansätze stark sinken. Punkte auf die auch die Anbieter der beiden zuletzt über aescuvest finanzierten Digital-Health-Lösungen Kata und Check-up Scout besonderes Augemerk gerichtet haben – nicht zuletzt durch die enge Einbindung von künftigen Anwendern in den Entwicklungsprozess. Weitere Fundings aus diesem Bereich sind aktuell in der Vorbereitung und werden Ihnen bald auf aescuvest.de und aescuvest.eu vorgestellt.

Der Digitalverband Bitkom hat in seiner repräsentativen Studie die Antworten telefonisch 1.005 Befragten ab 16 Jahren ausgewertet.

 
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Rating

Rating (engl. für Bewertung) bezeichnet im Zusammenhang mit Darlehen eine Einschätzung über die Bonität eines Schuldners.


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