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Die größten Technologiefirmen der Welt arbeiten (erneut) am Einstieg in den Gesundheitssektor

veröffentlicht am 12.02.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations



Was haben Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft gemeinsam? Die Technologiegiganten aus den USA arbeiten derzeit alle an Lösungen für den Einstieg in den Gesundheitsmarkt. Während Glücksritter derzeit vom Fieber des Crypotcurrency-Minings erfasst sind, bohren die Big Five der IT- und Internetwelt an einer anderen Goldmine: Gesundheitsdaten.

 
Am 24. Januar hat Apple angekündigt, dass das nächste große Software-Update für das iPhone eine App zur Speicherung der persönlichen Gesundheitsdaten enthalten wird. Eine Woche später verkündete Amazon eine Partnerschaft mit der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und der Bank JPMorgan Chase mit dem Ziel, gemeinsam eine günstigere Krankenversicherungslösung für die eigenen Mitarbeiter der drei Gesellschaften aufzubauen. Technologiebasiert soll diese bessere Versorgungsleistungen bieten und gleichzeitig kostengünstiger arbeiten. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, hat sich binnen kurzer Zeit an drei Unternehmen beteiligt, die sich mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz zur Analyse von Patientendaten auseinandersetzen. Auch Facebook beschäftigt sich intensiv mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz, das jedoch eher im Verborgenen. Mit gutem Grund? Der Konzern versucht unter anderem, durch die Analyse geposteter Fotos Rückschlüsse auf den mentalen Zustand der User zu ziehen, wir im letzten November veröffentlicht wurde. Google soll an einer ähnlichen Anwendung arbeiten.
 
Gesundheitsdaten gelten als besonders wertvoll
Wer mehr über die Aktivitäten der fünf Konzerne und ihre Motivation erfahren möchten, dem empfehlen wir die aufschlussreiche Lektüre des jüngst im englischen Wirtschaftsmagazin The Economist erschienen Beitrags „Surgical intervention“, der das Thema exzellent beleuchtet.
 
Dass Gesundheitsdaten besonders wertvoll sind, hat sich bereits herumgesprochen. Immerhin steht der Gesundheitssektor in den Industrienationen für rd. 10 % des gesamten Bruttosozialprodukts. Übrigens gab es schon einmal eine Welle von Initiativen, diesen Schatz zu heben. Das ist nun genau zehn Jahre her. Damals verliefen die Aktivitäten von Google und Microsoft allerdings im Sande. Zu groß waren seinerzeit vor allem die Vorbehalte von Seiten der Kunden, ihre Daten in die Hände dieser Konzerne zu geben. Was ist heute anders: 1. Es werden größtenteils Daten ausgewertet, die verfügbar sind – entweder weil sie bereits veröffentlicht sind, oder weil sie von Partnern wie Versicherungen oder Krankenhäusern anonymisiert zu Verfügung gestellt werden. 2. Der private Nutzer trägt seine Daten heute (scheinbar) auf seinem Smartphone mit sich herum – das suggeriert noch immer Verfügungshoheit und Sicherheit.
 
Das Thema wirft natürlich viele Fragen auf, zum Beispiel, wem eigentlich die Patientendaten gehören und wer daran verdienen darf – Quelle, Erheber oder Auswerter? So ist es vielleicht kein Zufall, dass das Thema Datenmining im Gesundheitssektor nicht so sehr im Licht der Öffentlichkeit steht wie das Mining für Bitcoin & Co. Denn so gigantisch das Potenzial einer kommerziellen Verwertung sein mag, genauso komplex sind die ethischen Fragen, die damit verbunden sind. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Datenanalyse von großem gesellschaftlichen Nutzen sein kann. Zum Beispiel Krankheiten frühzeitig zu diagnostizieren oder deren Ursache zu erforschen. Fest steht allerdings schon jetzt: Die Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft ist eines der Hot Topics der kommenden Jahre.

Bild: Click_and_Photo - envato.com

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