Blog

Diabetes – Wie Daten im Kampf gegen die Volkskrankheit helfen

veröffentlicht am 17.11.2019 von Frank Schwarz, Head of Investment




Menschen auf dem Land leben gesünder! Von wegen: Hätten Sie gedacht, dass Einwohner ländlicher Regionen häufiger an Typ-2-Diabetes erkrankt sind als Städter?

 
Mit dem Vorurteil, dass sich Menschen auf dem Land mehr bewegen und besser ernähren, hat bereits eine im Mai 2019 veröffentlichte und vom Imperial College London geleitete Studie endgültig aufgeräumt. In ihr wurde die Entwicklung des Gewichts von 112 Millionen Erwachsenen in 200 Ländern und Regionen analysiert. Das Ergebnis zeigt, dass die Bewohner ländlicher Regionen in den letzten 30 Jahren mehr zunahmen als Stadtmenschen. Durchschnittlich erhöhte sich das Gewicht um fünf bis sechs Kilogramm. Einen großen Einfluss auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land nimmt offenbar das Einkommen, das bei Städtern durchschnittlich höher ist – und sozial schwache Gruppen ernähren sich meist schlechter und weniger bewegen.
 
Und dies gilt auch für Deutschland. Die folgen zeigt der in der vergangenen Woche von der AOK Nordost vorgestellte Diabetes-Atlas, falsche Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel gelten als wesentliche Ursachen für die epidemische Verbreitung der Krankheit. Von Diabetes sind im ländlich geprägten Nordosten der Republik überdurchschnittlich viele Menschen betroffen. Der Anteil liegt in Mecklenburg-Vorpommern mit 11,3 Prozent und Brandenburg mit 11,2 Prozent der Bevölkerung deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,6 Prozent. Neben der Einkommensstruktur spielt dabei eine maßgebliche Rolle, dass in den ländlichen Regionen häufig eine ältere Bevölkerung mit einem grundsätzlich höheren Erkrankungsrisiko lebt.
 
Hohe Verbreitung im ländlichen Raum erfordert neue Ansätze in der Versorgung
Weite Wege zum Arzt, ein schwieriger Zugang zum Spezialisten sowie viele ältere und mehrfach erkrankte Patienten erschweren die Situation zusätzlich. Kein Wunder, dass die öffentlichen Krankenkasse hier dringend gegensteuern wollen und müssen, denn für sie bedeutet das eine enorme Kostenbelastung. „Die Ergebnisse des Diabetes-Atlasses zeigen den großen Handlungsbedarf gerade im ländlichen Raum. Es gibt bereits gute Versorgungsansätze für die Bevölkerung auf dem Land. Aber von diesen könnten noch viel mehr Patienten profitieren. Unser gemeinsames Ziel muss es deshalb sein, diese guten Versorgungsansätze stärker in den Fokus zu rücken“, so Juliane Venohr, Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern der AOK Nordost bei der Vorstellung des Diabetes Atlas in dieser Woche.
 
„Weniger Krankenhauseinweisungen, Notfallbehandlungen und Folgeerkrankungen bei Diabetikerinnen und Diabetikern – das wollen wir mit unserem Telemedizinsystem ESYSTA erreichen“, betont Dr. med. Janko Schildt, Geschäftsführer und Gründer von Emperra. Möglich wird das durch ein lückenloses Monitoring von automatisch übertragenen Blutzuckerwerten und gespritzten Insulindosen. Patient und Arzt haben damit eine schnelle, vollständige und unverfälschte Datenbasis für die Therapie. Die AOK Nordost ist die erste Krankenkasse, die seit drei Jahren mit Emperra an telemedizinischen Ansätzen arbeitet, um mit innovativen Ansätzen eine bessere Versorgung zu gewährleisten.
 
Der Fall Diabetes zeigt exemplarisch, wie vielfältig der Beitrag von Daten für ein besseres Gesundheitssystem sein kann: Sie ermöglichen die Analyse der Ursachen, helfen bei der Entwicklung neuer Konzepte zur besseren Versorgung und schließlich bei der Kontrolle, ob die Maßnahmen greifen: So zeigte eine 2018 veröffentliche Studie, dass durch die Lösung von Emperra Einsparungen von 1,238 € pro Patient und Jahr erreicht werden – hochgerechnet auf Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern entspricht das einem jährlichen Einsparpotenzial von rd. 460 Mio. €.
 
 
Zurück

Newsletter-Anmeldung

Glossar

Carried Interest

Eine vom Erfolg der Vermögensanlage abhängige Vergütung („Carried Interest“). Diese ist bei aescuvest ab Juni 2019 für Fundings eingeführt und fällig, wenn und sobald die Summe der von dem Emittenten an einen Anleger geleisteten Auszahlungen des Festzinses und der erfolgsabhängigen Verzinsung insgesamt den Betrag des von dem jeweiligen Anleger geleisteten Anlagebetrages zzgl. einer Rendite von 10 % p.a. („Mindestrendite“) seit Einzahlung des jeweiligen Anlagebetrages erreicht hat („Hurdle“). Der Carried Interest beträgt 15 % der erfolgsabhängigen Verzinsung nach Erreichen der Hurdle. Dies bedeutet, dass vor Erreichen der Hurdle die erfolgsabhängige Verzinsung zu 100 % den Anlegern und nach Erreichen der Hurdle die weitere erfolgsabhängige Verzinsung zu 85 % den Anlegern und zu 15 % der Internet-Dienstleistungsplattform zusteht.


Alle Begriffe

Gesundheit lohnt sich.
Für jeden von uns.