Blog

Das ABC des Crowdinvestings

veröffentlicht am 19.07.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations



Warum gibt es keine direkten Beteiligungen am Unternehmen? Kann ich auch mehr als 10.000 € investieren? Und was passiert eigentlich mit meinem Investment, wenn die Mindestannahmeschwelle bei einem Projekt nicht erreicht wird?

 
Im Juli vor drei Jahren ist das Kleinanlegerschutzgesetz (KASG) in Kraft getreten. Crowdinvesting oder Equity Crowdfunding (so die international gebräuchliche Bezeichnung) ist seitdem in Deutschland gesetzlich klar geregelt. Die neue Wertpapierprospektverordnung, die im Juni 2018 im Bundestag beschlossen wurde, wird die Spielräume für die Vermittlung prospektfreier Anlagen künftig erweitern. Dennoch: Aufgrund der weiterhin bestehenden Hürden für die Vermittlung von Wertpapieren, werden auch in Zukunft viele Angebote durch die Regeln des KASG geprägt sein. Grund genug, um auch an dieser Stelle einmal auf die Fragen einzugehen, mit denen Investoren immer wieder auf uns zukommen.
 
Warum beschränken sich die Investitionsmöglichkeiten bislang weitgehend auf Nachrangdarlehen, warum kann man keine Anteile an Unternehmen kaufen, um direkt an Gewinn und Wertzuwachs teilzuhaben?
 
Die Dominanz der Nachrangdarlehen im deutschen Crowdinvesting-Markt liegt nicht zuletzt im oben erwähnten Kleinanlegerschutzgesetz begründet. Der Gesetzgeber hat, für „sonstige Vermögensanlagen“, die über Internetplattformen vermittelt werden, Ausnahmen von der bisher gültigen Prospektverordnung eingeräumt, welche die Finanzierung von Start-ups erleichtern sollen. Sprich, die bei öffentlichen Angeboten von Anlagen mit mehr als 100.000 € Volumen obligatorische und kostspielige Erstellung eines Verkaufsprospekts entfällt – sofern das Finanzierungsvolumen unter 2,5 Mio. € bleibt. Die Ausnahme betraf bislang nicht die verbrieften Anlagen, also bspw. Aktien, Anleihen, Schuld- oder Genussscheine. Der geringere Aufwand für die Emittenten zieht einen höheren Aufwand für die Investoren nach sich. Wie die Anleger an der Gewinnentwicklung und am Wertzuwachs des Unternehmens partizipieren, hängt von den Darlehensverträgen ab, die sich von Plattform zu Plattform unterscheiden. Hier gilt es genau zu prüfen. Bei aescuvest erhalten die Investoren neben einem festen Basiszins, Bonuszahlungen, die sich an Umsatz- oder Gewinnentwicklung orientieren sowie einem vom Wertzuwachs abhängigen Exit-Bonus. Beim aktuellen Projekt Kata sind es bspw.  1 % Basiszins plus Umsatzbeteiligung von 2,5 bzw. 3 % sowie eine Beteiligung von 13,04 % am Exit-Erlös.
 
Warum sind die Investitionen je Start-up-Finanzierung auf 10.000 € begrenzt? Wie sind höhere Investments möglich?
 
Im Gegenzug zu den Erleichterungen in Sachen Prospekterstellung hat der Gesetzgeber die Anlagemöglichkeiten von Privatpersonen bei Crowdinvesting-Projekten limitiert. Die Absicht dahinter ist es, Anleger vor den möglichen Verlustrisiken zu schützen. Nur ein geringer Teil des Einkommens bzw. Vermögens sollte in Wagniskapitalprojekte gesteckt werden.
 
Crowdinvesting eignet sich jedoch auch für Business Angels, die über größere Vermögen verfügen und entsprechend höhere Beträge in einzelne Investments stecken möchten. Business Angels investieren häufig Beträge zwischen 25.000 und 100.000 € und das zum Beispiel über eigens dafür in der haftungsbeschränkten Rechtsform der UG gegründeten Gesellschaften – was auch steuerliche Vorteile haben kann. Für solche Kapitalgesellschaften gilt die 10.000 €-Grenze beim Crowdinvesting nicht. Für Business Angels ist die Beteiligung an einer Crowdfunding-Kampagne attraktiv, weil die Vorauswahl der Start-ups durch die Plattform Risiken mindert. Gleichzeitig verringern die standardisierten Prozesse und Verträge der Plattformen den administrativen Aufwand.
 
Was passiert eigentlich mit meinem Investment, wenn die Mindestannahmeschwelle bei einem Projekt nicht erreicht wird?
 
Weiteres Kennzeichen von Crowdfunding sind die Mindestannahmeschwellen für die einzelnen Finanzierungskampagnen. Das heißt, dass eine Finanzierung nur dann zustande kommt, wenn eine bestimmte Summe erreicht wurde. Es macht keinen Sinn, 20.000 € aufzunehmen, wenn mindestens 100.000 € benötigt werden, um ein Projekt entscheidend voranzubringen. In diesem Fall erhalten die Anleger ihren eingezahlten Betrag wieder zurück. Der Darlehensvertrag ist nicht zustande gekommen. Der Anleger erhält für sein Geld keine Zinsen, es entstehen ihm aber auch keine Kosten. 
 
 
Zurück

Newsletter-Anmeldung

Glossar

Treuhandkonto

Ein Treuhandkonto ist die Bezeichnung für ein Konto, dass von einem Dritten für eine andere Person treuhänderisch verwaltet wird. Der Treuhänder verwaltet die Gelder nur im Sinne des Auftraggebers. Bei Insolvenz des Treuhänders fällt das Vermögen auf dem Treuhandkonto nicht in dessen Vermögensmasse.


Alle Begriffe

Gesundheit lohnt sich.
Für jeden von uns.