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Biotech-Finanzierungen erreichen neuen Rekord

veröffentlicht am 02.02.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations



Mit Investitionen von rund 674 Millionen Euro war 2017 ein neues Rekordjahr für die deutsche Biotechnologie-Branche. Die Mehrheit der Unternehmen blickt zudem zuversichtlich ins neue Jahr, will weiter in Forschung und Entwicklung (FuE) sowie neues Personal investieren. Das geht aus den Ergebnissen einer Unternehmensumfrage hervor, die der Verband der Biotechnologie-Industrie, BIO Deutschland, in Kooperation mit dem Branchenmagazin transkript durchgeführt hat.

 
Der Umfrage zufolge ist die Stimmung in der Biotech-Branche überwiegend positiv: Erneut bekennen sich die zum Jahresende 2017 befragten Unternehmer und Unternehmerinnen zu neuen Investitionen in FuE und Personal. Die Hälfte schätzt die aktuelle Geschäftslage als gut ein und erwartet für 2018 eine weitere Verbesserung. Damit erreicht die Umfrage zwar wieder insgesamt positive Werte, liegt aber im Vergleich zum Vorjahr auf etwas niedrigerem Niveau. Ausgewertet wurden die Angaben von 115 der 1.100 Biotechnologie-Unternehmen.
 
Die Ergebnisse werden ergänzt durch Recherchen von BIO Deutschland und dem Branchenmagazin transkript, das von der BIOCOM AG herausgegeben wird. Demnach liegt das Finanzierungsniveau der deutschen Biotechnologie-Firmen 2017 auf Rekordhöhe: Mit 674 Mio. € liegt der Wert sogar knapp über dem bisherigen Allzeithoch von 656 Mio. € aus dem Jahr 2010 und ein Drittel über dem Vorjahreswert (2016: 505 Mio. €). Zweistellige Wachstumsraten von 36 % erreichten die börsennotierten Firmen: Insgesamt 352 Mio. € wurden eingeworben. (2016: 258 Mio. €). Der erfolgreiche Börsengang der InflaRx aus Jena an der US-Nasdaq hat weitere rund 86 Mio.€ in die Kasse gespült. Von Wagniskapitalgebern sind 236 Mio. € geflossen, 9 % mehr als im Vorjahr (2016: 216 Mio. €).
 
Biotechs sammeln Rekordsummen ein
Mit dieser Entwicklung knüpft Deutschland an die positive Entwicklung im europäischen Kapitalmarkt an. Auch hier ist nach dem schwächeren Jahr 2016 wieder ein deutlicher Aufwind zu spüren. Laut einer Studie der BIOCOM AG haben europäische Biotech-Firmen im Jahr 2017 insgesamt 5,09 Milliarden Euro über die Börse eingesammelt, 54 % mehr als 2016 (3,3 Mrd. €). Die Branche kann damit fast an die Rekordzahlen von 2015 anknüpfen (6,29 Mrd. €). 19 Firmen haben als Neulinge den Sprung aufs Parkett gewagt (2016: 17), davon die überwiegende Mehrheit (15) an einem europäischen Börsenplatz. Vier Firmen haben sich für die Nasdaq in den USA entschieden. Allerdings ist dort deutlich mehr Geld zu holen: Fast die Hälfte des Kapitals, das europäische Biotech-Firmen im Jahr 2017 eingeworben haben, kam über die US-Börse Nasdaq (2,16 Mrd. €).

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Glossar

Bonuszins (endfällig)

Sieht der Darlehensvertrag einen endfälligen Bonuszins (endfällig zahlbare variable Zinskomponente) vor, so gilt: Endet der Darlehensvertrag durch Ablauf der regulären Vertragslaufzeit, so erhält der Darlehensgeber am Rückzahlungstag einmalig einen Bonuszins in Höhe des im Darlehensvertrag genannten prozentualen Anteils („endfälliger Bonusanteil“) an der im Darlehensvertrag genannten Kennziffer (Umsatz, Gewinn, EBIT oder EBITDA). Zugrunde gelegt wird dabei der gewichtete Durchschnitt der Entwicklung der Kennziffer in den drei vorangegangenen abgeschlossenen Geschäftsjahren (das zuletzt abgeschlossene Geschäftsjahr gewichtet mit 50 %, das Jahr zuvor mit 30 % und das Jahr vor diesem mit 20 %). Endet der Vertrag vor Ablauf der regulären Vertragslaufzeit aufgrund vorzeitiger Kündigung bei Folge-Finanzierungsrunde oder Exit, so wird der Darlehensgeber finanziell so gestellt, als hätte er einen Eigenkapital-Anteil am Darlehensnehmer in Höhe des im Darlehensvertrag genannten prozentualen Anteils („virtuelle Erlösbeteiligung“) veräußert, wobei die Unternehmensbewertung zugrunde gelegt wird, die der Folgefinanzierung bzw. dem Exit zugrunde liegt. Der Darlehensgeber erhält also einen Betrag in Höhe des Produkts seiner – ggf. zwischenzeitlich verwässerten, hierzu sogleich – virtuellen Erlösbeteiligung und der bei Kündigung zugrunde gelegten Unternehmensbewertung (Partizipation an Unternehmenswertsteigerung). Der entsprechende Betrag ist innerhalb von vier Wochen nach dem Tag der Wirksamkeit der Kündigung an den Darlehensgeber auszuzahlen. Der endfällige Bonuszins unterliegt in beiden vorstehend genannten Fällen der Verwässerung: Bei Folge-Finanzierungen in Form von Kapitalerhöhungen während der Laufzeit des Darlehens, bei denen das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers nicht ausgeübt wird, verringert sich der endfällige Bonusanteil des Darlehensgebers jeweils mit Wirkung für die Zukunft im Verhältnis des alten zum gesamten neuen Stammkapital des Darlehensnehmers nach Durchführung der Kapitalerhöhung. Dies gilt bei Kapitalherabsetzungen entsprechend. Bei Folge-Finanzierungen in Form von Schwarmfinanzierungen (Crowdfundings), bei denen schuldrechtliche Gewinnbezugsansprüche gewährt werden, verringert sich der endfällige Bonusanteil des Darlehensgebers jeweils in dem Verhältnis des Wertes des wirtschaftlichen Altkapitals (ausgedrückt durch die Pre-Money-Bewertung, die der neuen Schwarmfinanzierung zugrunde liegt) zum Wert des Neukapitals (ausgedrückt durch die dem neuen Funding zugrunde liegende Post-Money-Bewertung; diese errechnet als Pre- Money-Bewertung zuzüglich der Finanzierungssumme im Rahmen des neuen Fundings). Die Verwässerung tritt nicht ein bei Folge-Finanzierungen, deren Umfang geringer ist als das Finanzierungs-Limit laut Darlehensvertrag; bei Down Rounds (wie oben definiert); bei Nachschüssen (wie oben definiert). Der Darlehensgeber stimmt der möglichen Verwässerung seines Zinsanspruchs bereits jetzt zu. Er hat bei Folge-Finanzierungsrunden weder ein Bezugsrecht noch ein Mitbestimmungsrecht, sondern wird die Verwässerung hinnehmen, um optimales Wachstum des Unternehmens des Darlehensnehmers zu ermöglichen. Kündigt das Unternehmen den Darlehensvertrag berechtigt außerordentlich, so fällt kein Bonuszins bei Vertragsende an.


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