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Berlin sendet positive Signale für Start-ups

veröffentlicht am 19.04.2018 von Frank Schwarz, Hexagonaut für Presse & Investor Relations




Gleich zweimal innerhalb einer Woche sendete die Bundesregierung positive Signale in Richtung deutscher Start-up-Szene. Beide Male waren die Botschaften ziemlich überraschend.
 
Die erste Überraschung lieferte in der vergangenen Woche die Gesetzesvorlage der Regierung zur Umsetzung der EU-Prospektverordnung. Diese wurde im Rahmen der Juncker-Initiative „Kapitalmarktunion“ verabschiedet, um kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Kapitalmarkt zu erleichtern. Für öffentliche Angebote von Wertpapieren müssen Mitgliedstaaten die Grenze für die Prospektpflicht von derzeit 100.000 € auf mindestens 1 Million € erhöhen. Der Spielraum der nationalen Gesetzgebung wurde nach oben auf Wertpapierangebote (also Aktien, Anleihen, Genussscheine, etc.) von bis zu 8 Millionen € innerhalb von zwölf Monaten begrenzt. Bislang deutete alles darauf hin, dass der deutsche Gesetzgeber nicht über das Mindestmaß hinausgehen würde, während andere Staaten angekündigt hatten, den Rahmen viel weiter ausschöpfen zu wollen.
 
Nun hat sich die Bundesregierung entschieden, die EU-Regelung voll auszuschöpfen. Erforderlich bleibt weiter, wie im ursprünglichen Entwurf schon vorgesehen, ein dreiseitiges Informationsblatt. Das entspricht den Forderungen des Bundesverbandes für Crowdfunding und anderer Branchen- und Unternehmensverbände.
 
Auch für Investoren werden die Angebote vielfältiger
Fürs Crowdfunding heißt das, die bislang enge Fokussierung auf Nachrangdarlehen wird aufgehoben. Von Eigenkapital über Mezzanine bis zu Fremdkapital wird das Angebot verbriefter Beteiligungsformen erleichtert. Das ist auch für Investoren von Bedeutung, denn so ließen sich auch größere Mitspracherechte oder die unmittelbare Partizipation an der Wertentwicklung ihrer Beteiligung verankern.
 
Zwar muss das Gesetz noch durch die Gremien und durch den Bundestag, aber die Weichen scheinen gestellt. Für Unternehmen – egal ob Start-up oder etabliert – und den deutschen Finanzplatz bedeutet das, die Möglichkeiten für eine öffentliche Finanzierung werden breiter. Und Finanzierungsbedingungen sind ein wichtiger Standort- und Wettbewerbsfaktor. Der befürchtete Nachteil gegenüber europäischen Mitbewerbern scheint vom Tisch.
 
Von den Erkenntnissen der Kollegen aus dem BMWi profitiert?
Da kommt diese Woche eine zweite Meldung, dieses Mal aus dem Wirtschaftsministerium. Das hatte eine Studie zur Lage der deutschen Start-up-Landschaft in Auftrag gegeben. Hier kommt die zweite Überraschung: Die Rahmenbedingungen seien ausgesprochen gut. Minister Altmaier sagt: „Start-ups in Deutschland können von vielfältigen Unterstützungsangeboten profitieren.“ Okay, hier wurde vor allem die Zahl der Inkubatoren, Akzeleratoren, Technologiezentren, etc. unter die Lupe genommen. Flächendeckende Verfügbarkeit von Breitband-Internet und Finanzierung waren kein Thema. Allerdings wurde festgestellt, dass sich Deutschland im „War for talents“ ein Nachfragemarkt entwickelt hat und sich der Standort hier auf allen Ebenen mit einem internationalen Wettbewerb konfrontiert sieht. Vielleicht hat diese – für die Szene nicht ganz so überraschende Erkenntnis – zu oben erwähnten Umdenken im Finanzministerium beigetragen …
 

Bild: © Bundesregierung
 
 
 
 
 
 
 
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Glossar

Finanzierungslimit/-ziel

Das Finanzierungslimit oder Finanzierungsziel ist der maximale Betrag, der bei einer Crowdinvesting-Kampagne bei aescuvest eingesammelt werden kann. Wird das Finanzierungslimit vor dem Ende der Kampagnenlaufzeit erreicht, so wird die Kampagne vorzeitig beendet. Eine Erhöhung des Finanzierungsziels während einer laufenden Kampagne ist bei aescuvest nicht möglich.


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