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Anleger müssen sich aktiv mit einer neuen Form der Geldanlage auseinander setzen!

veröffentlicht am 17.08.2015 von Andreas Kühnemund, Head of Compliance bei der MainFirst Bank AG


Crowdinvestments als neue Anlageform im Sinne des Vermögensanlagegesetzes sind im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld eine spannende Alternative zu zinsgebundenen Anlageprodukten. Als Beimischung zu einem diversifizierten Portfolio eignen sich Crowdinvestments, um Zusatzerträge über attraktive Renditechancen zu erzielen. Das Gute daran ist, dass jeder Anleger bereits mit kleinen Beträgen Zugang zu solchen Investments hat.

Crowdinvestments – eine neue Anlageform?

Diejenigen unter Ihnen, die sich mit ihrer Vermögensanlage auseinandersetzen, werden wohl bislang zum Altbewährten gegriffen haben: Aktien, Fonds, Immobilien, Anleihen, eventuell Sachwerte etc. Dass Sparbücher keine Anlagealternative mehr darstellen ist hinlänglich bekannt. Ebenso bekannt ist, dass die Streuung von Risiken die Grundtugend der Geldanlage ist. Es ist sicherer, das Kapital breit gestreut zu investieren, als nur auf einen Anlagetypus zu setzen. Zudem senkt der Sparer dadurch sein Verlustrisiko.
Jeder Anleger wird dem natürlich zustimmen. Bleibt aber immer noch die Frage im Raum: Was sind Crowdinvestments und warum sollte ich diese in mein Portfolio aufnehmen?
Crowdinvesting dient zur Finanzierung von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen, um insbesondere die Finanzierungslücken in Frühphasen zu schließen. Es herrscht ein branchenübergreifender Mangel an Finanzierungsquellen, da die etablierte Kreditwirtschaft, aber auch spezialisierte Venture-Capital-Gesellschaften, nicht ausreichend Kapital zur Verfügung stellen. Das ist der Grund, weshalb Crowdinvestments einspringen und dieses Kapitalmarktbedürfnis decken können. Verbreitet ist im Rahmen des Crowdinvestings die Form des Nachrangdarlehens, bei dem der Investor an den Zahlungsströmen oder auch an der Unternehmenswertentwicklung partizipiert.
Der eine oder andere unter Ihnen hat sich soweit vielleicht schon einmal mit der Materie befasst, schreckt aber davor zurück, dass die meist hohen Renditen die in diesem Zusammenhang angeboten werden, unseriös erscheinen.
Diese Renditen sind für diesen Anlagebereich jedoch nichts Außergewöhnliches. Es handelt sich um unternehmerische Investments, die entsprechend ihrem Risiko eine hohe Verzinsung anbieten.
Die Politik will Gründer und Unternehmer mit Rahmenbedingungen zur leichteren Kapitalbeschaffung fördern. Dafür hat sie den Anwendungsbereich des Vermögensanlagengesetzes auf Nachrangdarlehen erweitert, die künftig als Vermögensanlagen gelten. Das heisst, dass die Bundesregierung aktiv die Asset Klasse „Nachrangdarlehen“ – also Crowdinvestments – fördert und gleichzeitig die damit verbundenen hohen Renditen befürwortet!

Soviel zum Crowdinvesting. Aber warum gehört diese Anlageform in Ihr Portfolio?

Das aktuelle Zinsumfeld bedeutet ein fundamentales Umdenken. Das Sparbuch hat ausgedient. Konventionelle, zinsbasierte Sparanlagen werfen keine brauchbaren Renditen mehr ab. Die Aktienmärkte sind größeren Schwankungen unterzogen und Edelmetalle bieten ggf. Wertsteigerungen, jedoch keine laufenden Erträge. Der Erwerb von Immobilien ist momentan begünstigt, was dabei aber manchmal in Vergessenheit gerät ist, dass mit einer Immobilie auch laufende Kosten für die Administrierung verbunden sind.  Vermögen zu erhalten bzw. zu vermehren verlangt, dass Risiken eingegangen werden müssen. Dies erfordert, dass in die Risikostreuung Crowdinvestments einbezogen werden sollten. Dabei sollte mit Blick auf das angelegte Vermögen der Grundsatz gewahrt bleiben, dass Risiko und Ertrag in einem gesunden Verhältnis stehen. Das heisst, dass Crowdinvestments immer nur eine prozentuale Beimischung sein sollten und das Gesamtrisiko vertretbar im Verhältnis zu den Ertragschancen erhöht werden sollte.
Warren Buffet wird der Satz zugeschrieben: „Kaufe nur das, was Du verstehst!“ Das leuchtet ein. Crowdinvestment bedingt, dass sich Investoren aktiv mit einem Projekt auseinander setzen müssen.  Es bietet von Anfang an die Möglichkeit, sich umfassend über das zu finanzierende Projekt zu informieren, Fragen zu stellen und laufend über die Geschäftsentwicklung Berichte zu erhalten. Sie können sich auf der Ebene von Kleinunternehmen mit dem Geschäftsmodell vertraut machen und entscheiden aus Überzeugung, warum sie in ein Start-up investieren.
Fazit ist, dass das Crowdinvesting eine sinnvolle Ergänzung in der Vermögensanlage ist. Inzwischen weisen einzelne Direktbanken schon pro-aktiv auf die Möglichkeit des Crowdinvesting hin oder aber bieten ihren Kunden direkt Crowdinvestment Projekte ausgewählter Partner an. Crowdinvesting ist eindeutig bei den deutschen Banken angekommen. Crowdfinanzierungen werden als ernstzunehmende Finanzierungsalternative anerkannt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Thema zukünftig weiter entwickeln wird und wie die Banken sich aktiv weiter einbringen werden.


Andreas Kühnemund ist in einer leitenden Funktion für eine Investment Bank in Frankfurt am Main tätig und verfügt über langjährige Erfahrung in der Finanzbranche. 
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Glossar

Zinsen

Zinsen sind eine Entlohnung für eine zur Nutzung überlassene Sache oder Gut. Bei den über aescuvest getätigten Investments wird der Anleger für die Überlassung seines Geldes an ein Unternehmen entlohnt.


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