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aescuvest ist neuer Direct Funding Partner der Wiener Börse

veröffentlicht am 07.07.2019 von Frank Schwarz, Head of Investment



Eine funktionierende Börse ist wichtiger Bestandteil des Ökosystems für Unternehmensfinanzierungen. Gerade Risikokapitalgeber profitieren von einer Emissionsplattform, über die sich Wachstumsunternehmen mit großem Kapitalbedarf ebensolches verschaffen können. In Österreich gibt es seit einem halben Jahr ein neues Sprungbrett.
Die Börse ist eine Art Crowdfunding im größeren Maßstab. Hier können sich Unternehmen von vielen Anlegern Kapital für die Ausweitung ihres Geschäfts verschaffen. Aber nicht nur das, die Börse bietet auch die Möglichkeit, ein Unternehmen in neue Hände zu geben. Meist geschieht das nicht auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt über mehrere Jahre. Für Venture-Capital-Geber ist die Börse daher ein wichtiger Exit-Kanal. Hat ein Unternehmen einen gewissen Reifegrad erreicht, möchten Fonds ihre Anteile verkaufen, um in neue, potenziell stark wachsende Start-ups investieren zu können. Die Beteiligung wird weitergereicht an Investoren, die ein anderes Rendite-Risiko-Profil ihrer Anlageobjekte suchen.

In Deutschland gab es zwischen 1997 und 2003 ein solches Segment, das unter dem Namen „Neuer Markt“ für viele positive, aber auch negative Schlagzeilen sorgte und daher wieder eingestellt wurde. Nie war die Zahl der Börsengänge in Deutschland so hoch wie in dieser Zeit. So wagten sich 1999, in der Hochphase des Neuen Marktes, 175 Wachstumsunternehmen aufs Parkett – und damit fast genauso viele, wie zwischen 2001 und 2018 (188)[1]. Es fehlt schlichtweg hierzulande ein Markt wie die Nasdaq in den USA, der für junge Technologieunternehmen die passende Plattform bietet. Und in Europa gibt es durchaus solche Märkte, der AIM in London, Euronext in Brüssel oder Nasdaq Nordic in Stockholm sind Börsen, in denen viele kleinere Unternehmen ihr „Going Public“ wagen. Im deutschsprachigen Raum herrschte hingegen leider bis vor Kurzem Fehlanzeige.

Wiener Börse startet neuen Anlauf

Unsere Nachbarn in Österreich haben nun einen neuen Anlauf gestartet, um eine solche Plattform auf die Beine zu stellen: Am wurde 21. Januar 2019 wurde der direct market plus als Teilsegment des Aktienmarktes der Wiener Börse gegründet. Er soll kleineren und mittleren Unternehmen mit geringerem Kapitalbedarf die Möglichkeit bieten, ihre Anteile an der Wiener Börse handelbar zu machen. In den direct market plus sind Aktien (einschließlich durch Zertifikate vertretene Aktien) aufgenommen, die zum Handel in den Vienna MTF einbezogen sind, und deren Emittenten sich vertraglich zur Einhaltung erhöhter Transparenz-, Qualitäts- und Publizitätskriterien verpflichten. Seit Anfang Juli ist aescuvest als erste deutsche Crowdfunding-Plattform Direct Funding Partner der Wiener Börse.
 
Direct Funding Partner sind Kapitalmarktdienstleister, die kleine und mittlere Unternehmen bei vorbörslichen und börslichen Finanzierungsrunden begleiten, die Unternehmen mit Finanzierungsbedarf und potenzielle Investoren zusammenbringen. Da aescuvest selbst in Kürze mit dem öffentlichen Angebot von Wertpapieren starten wird, ist die Kooperation mit einer Börse der logische Schritt, um sich als langfristiger Partner für die über aescuvest finanzierten Unternehmen zu positionieren und um innovativen Unternehmen dringend benötigtes privates Kapital zuzuführen.
 
 
 
[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/152876/umfrage/boersengaenge-in-deutschland-seit-2000/

 
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Glossar

KASG – Kleinanlegerschutzgesetz

Das Kleinanlegerschutzgesetz ist im Juli 2015 als Erweiterung des Vermögensanlagengesetzes in Kraft getreten. Ziel des Gesetzes ist der Schutz von Privatpersonen bei Geldanlagen. Es setzte erstmals einen rechtlichen Rahmen für das Crowdfunding in Deutschland und sieht einige Erleichterungen gegenüber für andere Vermögensanlagen übliche Pflichten vor. So sind Crowdfinanzierungen unter folgenden Voraussetzungen ohne Prospekt möglich: • Wenn es sich um Vermögensanlagen in Form partiarischer Darlehen oder Nachrangdarlehen handelt, die ausschließlich über eine Internet-Dienstleistungsplattform vermittelt werden. • Wenn der Verkaufspreis sämtlicher von dem Anbieter angebotenen Vermögensanlagen desselben Unternehmens 2,5 Mio. Euro nicht übersteigt und der Gesamtbetrag der Vermögensanlagen desselben Unternehmens, die von einem Anleger erworben werden können, folgende Beträge nicht übersteigt: • 1.000 Euro • 10.000 Euro, sofern der jeweilige Anleger nach einer von ihm zu erteilenden Selbstauskunft über ein frei verfügbares Vermögen in Form von Bankguthaben und Finanzinstrumenten von mindestens 100.000 Euro verfügt, oder den zweifachen Betrag des durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens des jeweiligen Anlegers nach einer von ihm zu erteilenden Selbstauskunft, höchstens jedoch 10.000 Euro.


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