Currently set to Index
Currently set to Follow

Was in Deutschland häufig fehlt, ist einfach ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und ein positives Weltbild. Was das BMG unter Leitung von Jens Spahn innerhalb von anderthalb Jahren vom Konzept zum Gesetz gemacht hat, ist nicht nur für deutsche Verhältnisse sensationell. Ab 2020 können die Kosten für Gesundheits-Apps flächendeckend von Krankenkassen übernommen werden. Das gibt es so bislang in keinem anderen Land der Welt. Natürlich ruft das hierzulande erst einmal reichlich Bedenkenträger auf den Plan, die vor allem die Datenhoheit der Patienten bedroht sehen und mögliche Subventionen für Unternehmen kritisieren.

Subventionen sind tatsächlich ein Problem, da sie häufig eine Anmaßung des Staatsapparates darstellen, privates Geld in vermeintlich gute Entwicklungen stecken zu wollen. Der Energiesektor ist hierfür das Musterbeispiel, dass das selten gut gelingt – von der Kohle, über Atomkraft bis hin zu den diversen regenerativen Energieträgern wurde hier über die letzten 40 Jahre so gut wie alles direkt oder indirekt subventioniert.

Bessere Versorgung durch Apps auf Rezept
Wenn sich Patienten künftig von ihren Ärzten Gesundheits-Apps verschreiben lassen können, dann stellt das erst einmal keine Subvention, sondern vielmehr eine Grundvoraussetzung dafür da, dass die Entwicklung einer App eine Chance hat, auch ein wirtschaftlicher Erfolg zu werden. Es heißt keineswegs, dass Ärzte jegliche App auf Kosten der Kassen verschreiben können. Zunächst muss die App vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität geprüft werden. Anschließend wird sie ein Jahr lang vorläufig von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet. In dieser Zeit muss der Hersteller beim BfArM nachweisen, dass seine App die Versorgung der Patienten verbessert. Viele Apps haben diesen Nachweis bereits erbracht, Beispiel hierfür ist die Diabetes-App ESYSTA von Emperra, für die regionale Krankenkassen die Kosten auch schon übernehmen. Dass viele Patienten solche Apps bereits auf eigene Kosten nutzen, weil sie dadurch eine Verbesserung ihres Wohlbefindens erfahren, ist ein gutes Indiz für den Nutzen der Apps. E-Rezept und digitale Sprechstunde können das Gesundheitssystem effizienter machen, auch dies nicht zuletzt zum Nutzen der Patienten.

Die Bundesregierung stellt zudem einen Innovationsfonds im Umfang von 200 Mio. € zur Verfügung, das sind 36 € je Beschäftigten in der deutschen Gesundheitswirtschaft. Wenn davon viel Geld an junge, innovative Start-ups fließt, umso besser. Denn das Gesundheitswesen ist eine Zukunftsbranche. Nicht jede Investition dürfte aufgehen, aber manche Errungenschaft wird dadurch erst entstehen können. Und nur zum Vergleich: Über mehrere Jahrzehnte hat die Bundesrepublik jeden Kohle-Arbeitsplatz mit rd. 80.000 € im Jahr subventioniert.

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Investmentchancen und Neuigkeiten bei Aescuvest